Warum versuchen Forscher, künstlich Erdbeben zu erzeugen?
Redaktion waswiewo
Auch wenn Wissenschaftler heute schon recht genau wissen, wo und warum Erdbeben entstehen, wüssten sie doch gern Genaueres darüber, wie solche gigantischen Erderschütterungen entstehen und wie sie sich ausbreiten. In Deutschland arbeiten Geowissenschaftler deshalb gegenwärtig daran, künstlich Erdbeben auszulösen, um so neue Erkenntnisse zu gewinnen. Im oberpfälzischen Windischeschenbach läuft seit 1987 ein Projekt zur Kontinentaltiefbohrung; mehr als 9.100 Meter tief sind die Wissenschaftler bei ihren Bohrungen schon ins Erdinnere vorgedrungen. So tief unten herrscht bereits ein so hoher Druck, dass das Gestein sich zu verformen beginnt. Die Temperatur an der tiefsten Stelle der Bohrung beträgt zwischen 250 und 280 Grad Celsius; dort beginnt die Erdkruste schon, weich zu werden. Die Wissenschaftler wollen nun Wasser in das Bohrloch pressen, um dadurch einen hohen Druck zu erzeugen. Messungen der zu erwartenden Mini-Erdbeben könnten neue Erkenntnisse über die Entstehung und Ausbreitung von Erdbeben möglich machen.
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