Wie feiert man Karneval in Venedig?
Redaktion waswiewo
Der venezianische Karneval zählt neben dem Karneval in Rio zu den berühmtesten Faschingsveranstaltungen der Welt. Für zehn Tage verwandelt sich die italienische Lagunenstadt in ein Meer aus Masken und wunderschönen festlichen Kostümen, die die Kleidung aus vergangenen Jahrhunderten widerspiegeln. Mit dem Karneval oder "carne vale" (= Fleisch lebe wohl) feiert man kurz vor Beginn der Fastenzeit den Abschied von den fleischlichen Genüssen. Schon im Mittelalter feierten die Venezianer ein rauschendes Fest, das meist 4-6 Wochen andauerte und seinen Höhepunkt am Aschermittwoch fand. Durch die Kostümierung konnten die Venezianer gesellschaftliche Hierarchien außer Kraft setzen, viele beliebige Rollen annehmen und für ein paar Tage vom Bauern zum Edelmann werden oder umgekehrt. Bei der Verkleidung im venezianischen Karneval kommt außerdem die Doppelgesichtigkeit der Menschen zum Vorschein: einerseits versteckt man sich hinter einer Maske, andererseits macht man mit den farbenprächtigen Kostümen auf sich aufmerksam. Mit der Eroberung Venedigs durch Napoleon im Jahre 1797 wurde der Karneval allerdings verboten und fand für die nächsten 180 Jahre nicht mehr statt. Erst seit 1980 veranstaltet die Stadt Venedig wieder das bunte Treiben rund um den Markusplatz und verschaffte sich damit einen weiteren Touristenmagneten.
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