Was wird beim Karneval in Rio de Janeiro gefeiert?
Redaktion waswiewo
Im Jahr 1953 wurde der "Carnaval" in Rio de Janeiro das erste mal so bunt und schillernd gefeiert, wie wir ihn heute (meist nur aus dem Fernsehen) kennen. Seit den 80er Jahren wird das schillernde Spektakel im "Sambódromo" gefeiert. Dieses Karnevalsstadion, das unter dem Gouverneur Leonel Brizole erbaut wurde, beherbergt an 2 Tagen im Jahr 70.000 bis 130.000 bunt verkleidete Menschen, die sich im Samba-Rhythmus bewegen. Das ganze Jahr über bereiten sich die angesehensten Sambaschulen des Landes auf diese Festtage vor. Nur die besten und vor allem die reichsten Sambaschulen können bei dem Wettbewerb um den Titel der "Escola de Samba" des Jahres mitstreiten. Denn ein Allegorienwagen, ein fantasievoll und aufwendig hergerichteter Wagen, der die Tanzschule begleitet, kostet bis zu 200.000 $. Die Kostüme, die in der in der Regel von der Trägerin oder dem Träger selber bezahlt werden, können schon mal den Preis von 10.000 $ übersteigen. Trotz der hohen Ausgaben (oft bis zu 3 Mio. DM) sind es vor allem die Schulen der Mittelschicht und darunter, die an dem Wettstreit, Brasiliens beste Sambaschule zu werden, teilnehmen. Die Schule, die den schönsten Rhythmus, die beste Musik und die besten Tänzer hat, gewinnt den ersehnten Titel und kann sich ein Jahr lang vor Werbeverträgen kaum noch retten. Auch für die Zuschauer kann das Spektakel sehr teuer werden. Eine Loge im "Sambódromo" kostet zwischen 6000 $ und 40.000 $. Wer vorhat, ein kleines Vermögen beim Karneval in Rio auszugeben, kann sich auch eine Loge für 100.000 $ mieten. Dabei decken diese stolzen Preise aber noch nicht die Kosten der Verpflegung in der Loge. Der Karneval in Rio ist in jeder Hinsicht ein Fest der Superlative. Kein Ort ist farbenprächtiger, lauter und mitreißender, als Rio in den zwei Tagen des Karnevalsumzugs. Jedes Jahr werden um die 90.000 Menschen aus allen Ländern von dem magischen Treiben angezogen (die Besucher aus Brasilien nicht mitgerechnet) und bei lausig kaltem Februarwetter hier in Deutschland, lohnt es sich um so mehr, ins heiße Brasilien zu fliegen.
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