Wie entstand der Karneval in Rio de Janeiro?
Redaktion waswiewo
Das portugiesische Wort für Fleisch ist "carne". Von diesem Wort leitet sich der Begriff "Carneval" ab, der soviel wie "Abschied vom Fleisch" bedeutet. Im Europa des 16. und 17. Jahrhunderts, waren die Tage vor Aschermittwoch die Zeit des großen Essens. Gerade Fleisch wurde viel verzehrt, denn das war während der folgenden Fastenwochen verboten. Blickt man noch weiter zurück in der Geschichte, so kann man die ausladenden Feste des Baccanal, des Lupercal und Saturnal bei den Römern mit zu den Vorformen des heutigen Karnevals zählen. Genau wie die Maskenbälle, die im Mittelalter das Leben am Hofe mitgestalteten. Nach Brasilien kam die Tradition des großen Feierns vor den Fastentagen im 17. Jahrhundert. Im Jahre 1723 wurde dieses Treiben unter dem Namen "Entrudo" in Südamerika eingeführt. Das Fest war ein Ereignis, bei dem es sehr "schmutzig" zuging; denn es war damals Sitte, sich mit nassem Kalk, Puder und Staub zu bewerfen. Eine freundlichere Form davon ist das heute übliche Konfetti- und Luftschlangenwerfen. Ab 1840 durchzogen die brasilianische "Carnaval"sbewegung in Rio immer bürgerlichere Elemente. Große Bälle wurden organisiert und die Oberschichten fanden Gefallen an dem bunten (jetzt gesitteten) Treiben. Mehr und mehr Karnevalsgesellschaften wurden gegründet, die in den Ballhäusern zu großartigen Festen einluden. Viele der Karnevalsgesellschaften waren das ganze Jahr über aktiv, ob sie nun soziale, politische oder ganz persönliche Ziele verfolgten. Das gilt auch heute noch. Um 1890 brachten die ersten Schwarzen ihre Musik und ihre Tänze in die von Weißen organisierte Karnevalsbewegung ein. 1928 wurde die erste Sambaschule in Rio de Janeiro gegründet. Ihr gefeierter Auftritt ließ andere Sambaschulen entstehen und bis heute kämpfen die "Escolas" um den begehrten Titel, Rios beste Sambaschule zu sein. In den 1980ern ließ der Gouverneur Lionel Brizole ein Stadion bauen, in dem heute die Sambaschulen auftreten und dort von einer Jury bewertet werden. Rio de Janeiro lockt jährlich bis zu 90.000 Ausländer an, die bereit sind, ein kleines Vermögen auszugeben, um das laute Treiben einmal live erleben zu können.
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