Wer sind "Prinz Karneval", "Bauer" und "Jungfrau"?
Redaktion waswiewo
In Köln hat der Karneval eine lange Tradition und mit ihm das "Närrische Dreigestirn". Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gehört zur Kölner Karnevalstradition der "Prinz Karneval", der "Bauer" und die "Jungfrau", die jeweils vom Aschermittwoch bis zum selben Tag im nächsten Jahr im Amt sind. Der Prinz wurde zuerst unter dem Titel "Held Karneval" eingeführt. Seine Kleider waren denen des Kaisers nachempfunden, denn der Kaiser genoss in der freien Reichsstadt großes Ansehen und wurde bei jedem Besuch in Köln herzlich begrüßt. Der "Held Karneval" sollte die Missstände in der Stadt beseitigen und den Bewohnern eine gesegnete Zukunft bringen. Im Jahre 1872 wurde zum ersten Mal ein "Prinz" gewählt, denn zu der Zeit des Heldenkaisers Wilhelm I. wurde die Bezeichnung "Held" zu sehr mit blutigen Schlachten verbunden. Die Reformer wollten aber eine Figur der Freude und der Heiterkeit als "Regenten" über ihre Karnevalsgesellschaft. Die Figur des "Bauern" wurde 11 Jahre später in das Protokoll der Faschingsgesellschaft aufgenommen. Doch schon Jahre vorher trat sie immer wieder dann in den Rosenmontagszügen auf, wenn sie thematisch eingebunden werden konnte. Heute ist der Bauer jedes Jahr dabei, fährt aber immer vom Prinzen getrennt im Rosenmontagszug mit. Ursprünglich war der Bauer ein Symbol für die Stadt Köln, die im "Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen" zusammen mit drei anderen Städten die Reichsbauernschaft vertrat. Später war der Kölner Bauer als Schildhalter des Stadtwappens zu sehen. Warum man zum Bauern die Kölner Jungfrau stellte, ist bis heute ungeklärt. Auch sie war schon vor ihrer offiziellen Einführung (1883) in die Karnevalsgesellschaft auf vielen Rosenmontagszügen vertreten. Man konnte sie schon im Jahre 1823 in römische Gewänder gehüllt, auf einem milchig weißem Pferd reiten sehen. Diese Erscheinung erinnerte die Kölner Bürger an ihre geliebte Agrippina, die in Köln geborene Kaiserin des Römischen Reiches. Seitdem ist die "Jungfrau" ein Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit.
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