Woher kommt im Sommer der See- oder Meereswind?
Redaktion waswiewo
Schon an einem Schönwettertag im Sommer entstehen kleine Windsysteme bereits um größere Seen. Die umgebenden Wiesen, Felder und Ortschaften heizen sich im Sonnenschein schneller auf. Die Wasseroberfläche dagegen ist träge, schluckt die Wärmestrahlung der Sonne und bleibt in etwa gleich temperiert. Die wärmeren und damit leichteren Luftpakete an Land steigen auf und bilden teilweise erste Wölkchen. Dadurch entsteht eine Art lokaler Luft-Unterdruck, der von den Wasseroberflächen durch Nachziehen der kühleren, schwereren Luftpakete in Bodennähe ausgeglichen wird. So haben wir an größeren Seen im Sommer manchmal kühlenden Seewind Richtung umliegende Uferbereiche und Liegewiesen. Dieses sensible System bricht zusammen, wenn großräumiger Wind aufkommt, eine kompakte Schauer- oder Gewitterwolke das lokale Wetterkommando übernimmt oder abends der Energienachschub der untergehenden Sonne zur Neige geht. Am Meer läuft dieser Prozess im Sommerhalbjahr in viel größerer Dimension ab. Hier gibt es "auf- oder ablandigen" Wind, der vom kühlen Meer aufs erhitzte Festland oder vom Festland aufs Meer bläst. Der Urlauber genießt dann am Strand bei Badewetter die erfrischende Brise, in den Küstenorten bleibt es durchlüfteter und kühler als im Landesinneren und die Wassersportler nutzen die Zeiten, wenn der Wind hinausdreht aufs Meer. Dies geschieht oft in den Mittagsstunden. In der Nacht dreht sich das Spiel ab dem Moment um, wenn die Landfläche kühler ist als die Meeresoberfläche. Die tropischen Regionen erleben durch diese Windsysteme mit den Monsun- und Passatwinden ihre ausgeprägten Trocken- und Regenzeiten. Fallen diese Phänomene aus oder sind sie zu stark ausgeprägt, drohen zum Beispiel in Indien und Afrika schlimme Hungersnöte durch Dürren oder verheerende 〈ber-schwemmungen.
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