Was ist ein Schnupftabak?
Redaktion waswiewo
Schnupfen ist eine bayerische Tradition, die man besonders an den dortigen Stammtischen beobachten kann. Früher wurde der Schnupftabak aus einem Wachholderstrunk, vorher in Zuckerwasser eingelegte Tabakblätter und einem Löffel Butterschmalz hergestellt, die zu einem Brei vermischt wurden. Heute wird das Butterschmalz durch geruchsneutrales Öl ersetzt, das jedoch wie das Butterschmalz für die Geschmeidigkeit und die feuchte Konsistenz des Schnupftabaks sorgt. Neuerdings wird oft auch noch Kampfer oder Menthol beigemischt. Auch wenn das Schnupfen bei den Könnern recht einfach aussieht, ist es doch eine Kunst an sich und von verschiedenen obligatorischen Schritten begleitet. Die wichtigste Regel: Nach dem Schnupfen darf nicht geniest werden, was gar nicht so einfach ist. Zum richtigen Schnupfen wird die Hand zur Faust geballt und dann in die Kuhle zwischen den Fingerknöcheln von Zeige- und Mittelfinger eine "Prise" gefüllt, die etwa perlengroß ist. Der Tabak wird dann abwechselnd in das linke und rechte Nasenloch angesogen. Die Reste, die sich gerne an der Oberlippe und unter der Nase festsetzen, säubert man dann mit einem typisch blau oder rot karierten Schnupftuch, das der Größe nach eher einem Kopftuch als einem Stofftaschentuch gleicht.
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