Warum wird´s im Sommer schwül?
Redaktion waswiewo
In der Luft ist im Gasgemisch auch Wasserdampf enthalten. Je wärmer die Luft, umso mehr Wasserdampfanteile kann sie aufnehmen, bevor sie "gesättigt" ist und feinster Nebel entsteht. In warmer Sommerluft steckt also viel mehr Wasserdampf (Gramm pro Kilogramm Luft) als in kalter Winterluft. Anders ausgedrückt: In ein hohles Glasgefäß gesperrte warme Badezimmerluft würde im Kühlschrank schnell die Glasflächen beschlagen, im Gefrierfach Reif oder Eisblumen bilden. Wegen der grundsätzlich kälteren Luft erleben wir also im Winterhalbjahr viel häufiger Nebel. Beim Lüften im Winter holen wir kältere Luft mit weniger Wasserdampfgehalt in die Räume. Diese Luft erwärmt sich und ist dann besonders trocken. Deshalb ist im Winter unsere Haut im Gesicht und auf den Handoberflächen oft spröde. Der Anteil des vorhanden Wasserdampfgehaltes am maximal möglichen wird "relative Luftfeuchte" genannt und in Prozent angegeben. Gemessen wird die Luftfeuchtigkeit meist mit Hilfe eines so genannten Hygrometers. Bei Temperaturen über 20 Grad und relativer Luftfeuchtigkeit über 80 % spricht man von "Schwüle". Steigende Luftfeuchtigkeit lässt vor allem im Frühjahr bei Sonnenschein ab dem Vormittag vermehrt Quellwolken entstehen. Bei zusätzlich aufkommendem Wind kündigt sich eine Wolkenfront mit Regen an. Hohe Luftfeuchtigkeit im Sommer (über 70 Prozent) bringt bei Sonnenschein auch im Flachland Schauer und Gewitter. Niedrige Luftfeuchtigkeit im Sommer (unter 50 %) garantiert viel Sonnenschein, aber meist auch starken Temperaturanstieg mit nachmittäglicher Hitze. Je trockener und wärmer die Luft, umso mehr Feuchtigkeit kann aus dem Boden und von den Pflanzenoberflächen verdunsten. Die gleiche Menge Regen hält also den Erdboden in winterkalter Luft viel länger feucht, als in warmer Sommerluft bei zusätzlich kräftiger Sonneneinstrahlung.
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