Wie entstand das Spiel "Mensch ärgere Dich nicht"?
Redaktion waswiewo
1912 beobachtete der Berliner Kaufmann für Elektroteile Josef Friedrich Schmidt, wie die feinen Damen der damaligen Gesellschaft nach der Pause in der Berliner Oper versuchten in ihre Logen zurückzudrängen. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, da die Damen damals sperrige Unterröcke trugen, die teilweise noch verstärkt waren. So konnte es passieren, dass so manche kurz vor ihrer Logentür wieder abgedrängt wurde. Dies amüsierte Schmidt derart, dass die Idee für das Brettspiel geboren war. Die Spielfiguren wurden der damaligen Mode nachempfunden. Kein Wunder, dass das Spiel 1912 noch kein Erfolg wurde; erstens waren Brettspiele damals noch nicht in Mode, zweitens hatte man noch kein Verständnis für Selbstironie. So lagen die produzierten Spiele wie Blei bei Schmidt, der sie im ersten Weltkrieg schließlich an das Rote Kreuz verschenkte, das wiederum "Mensch ärgere Dich nicht" in den Lazaretten und Krankenhäusern liegenden verwundeten Soldaten weitergab. Von dort aus trat das Spiel seinen Siegeszug an.
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