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Was ist ein Waldkindergarten?

Redaktion waswiewo

Ein Waldkindergarten ist eine Kindergruppe von meist 15 Kindern, die sich nicht im Kindergarten treffen, sondern sich den Vormittag im Wald herumtreiben.
Meist geht die neue Form der Kinderbetreuung auf Elterninitiativen zurück, die sich vorher mit Förstern und dem Jugendamt abgesprochen haben. Es gibt aber auch vereinzelte städtische Kindergärten. Erkundigen Sie sich doch mal bei Ihrer Stadtverwaltung, ob es so etwas nicht auch bei Ihnen gibt. Die Gruppen sind kleiner als in gewöhnlichen Kindergärten, was die Betreuungskosten pro Kopf erhöht, aber dafür muss die Gemeinde nicht für Dinge wie Wasser, Strom oder Miete aufkommen.
Morgens treffen sich die Kinder mit den Betreuerinnen an einem festen Punkt und ziehen los, um den Wald zu erkunden. Sind die Kinder im Wald, haben sie tausend Dinge mit denen sie spielen können und ein verabredetes Ziel, das je nach Zwischenfällen früher oder später erreicht werden kann. Die Leiterinnen haben mit den Kindern festgelegte Sammelpunkte, an denen die ganze Gruppe auf alle Nachzügler warten muss. Das verhindert ein zu großes Auseinanderdriften der Gruppe.
Die Leiterinnen haben nur einen wetterfesten Bollerwagen dabei, in dem Dinge wie Notfall-Handy, Erste-Hilfe-Kasten, Teekannen, Wechselkleidung, Bastelzeug, Toilettenpapier und Klappspaten für die Geschäftchen, Isomatten, Bücher, ein Handtuch, Wasserkanister und waldverträgliche Seife verstaut sind. Vor der Frühstückspause wird Hände gewaschen, da die diese auf dem Weg schmutzig geworden sind und auch Gefahren wie Fuchsbandwurm lauern. Nach dem Frühstück gibt es eine Geschichte, es wird gebastelt (auf den Isomatten) oder die Kleinen spielen frei im Wald. Mittags, wenn die Waldfeen und Waldzwerge dann hungrig und müde vom Toben sind, werden sie von den Eltern abgeholt.
Manche Eltern haben Angst, dass die Kleinen hier zu wenig Schulvorbereitung mitbekommen, aber die Waldkinder lernen das Zählen und die Farbwahrnehmung genauso gut an Bucheckern und Blättern wie andere Kinder an Rechenmaschinen oder buntem Tonpapier. Auch die Feinmotorik kommt durch die vielen Bastelarbeiten im Freien nicht zu kurz.
In Deutschland gibt es über 200 solcher Einrichtungen.

   
   
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