Warum empfindet man Wind so unterschiedlich?
Redaktion waswiewo
Voraussetzung, Luft überhaupt mit unseren Sinnen wahrzunehmen, ist der Wind. Vor allem bewegte Luft beeinflusst den Wärmehaushalt unseres eigenen Körpers über das Empfangs- und Austauschorgan Haut. Ein "inneres Thermometer" haben wir nicht - es sind Erfahrungswerte, ob wir etwas warm, heiß, kühl oder eiskalt empfinden. Für den Wetterlaien entscheidet oft der Wind, ob von "gutem" oder "schlechtem" Wetter gesprochen wird. So empfinden wir einen windigen, aber wechselhaft-warmen Sommertag mit Sonnenschein und Wolken oft angenehmer, als wenn dazu bei drückender Schwüle Windstille herrschte. Ein windschwacher frostig-sonniger Wintertag kann Genuss pur beim Spaziergang bedeuten. Bläst dagegen ein schneidender Wind, sorgen Gänsehaut, klamme Finger und schmerzende Gesichtshaut spätestens in schattigen Bereichen für grimmige Gesichter. Der Grund ist, dass wir Wetter viel mehr empfinden und subjektiv bewerten, als es die streng geeichten Messinstrumente anhand von Tabellen, Formeln oder Normen wiedergeben. Neben Sonneneinstrahlung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und individueller Wetterempfindlichkeit spielt vor allem der Wind im Gang der Jahreszeiten eine maßgebliche Rolle. Für jeden Menschen gibt es ein Optimalmaß, ob er sich mit oder ohne Wind draußen behaglich fühlt. Wind hat immer eine kühlende Wirkung, da er die Verdunstung auf unserer Hautoberfläche erhöht. Hierzu wird Energie in Form von Wärme abgegeben. Kinder kühlen wegen ihres ungünstigen Verhältnisses von Oberfläche zu Volumen am stärksten aus! Gegen winderzeugte Kälte kann man sich gut wappnen, gegen Hitze und Schwüle kaum.
|