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Wie riecht und gestaltet der Wind?

Redaktion waswiewo

Für aufmerksame Beobachter hinterlässt der Wind seine oft flüchtige Handschrift. 〈ber ausgetrockneten Ackerflächen im zeitigen Frühjahr oder frisch abgeernteten Getreidefeldern im ausklingenden Sommer entdecken wir manchmal für wenige Augenblicke kleine Wirbelwinde. Sie lassen Staub, Blätter oder Pflanzenreste trichterförmig aufsteigen, kreisen und einige Meter weit tanzen, eh sie sich wie von Geisterhand wieder auflösen. Das Wetter dazu: 〈ber die Mittagszeit recht böiger Wind aus wechselnder Richtung, warm-trockene Luft mit Sonnenschein und zügig vorüberziehenden Schäfchen- und/oder Haufenwolken. Wind bringt uns den Duft von Frühlings- und Sommerblumen, den modrig-feuchten Hauch des Herbstlaubs und die unbeschreibliche Frische von frischem Schnee. "Es riecht nach Regen", sagt man auch, wenn nach Sommerhitze die ersten Tropfen einen eigentümliche humusartigen Geruch erzeugen. Verantwortlich sind dafür vermutlich Partikel von Harzen und Ölen. Wind trägt auch den Schall. Schon ein leiser Luftzug bei Inversionswetter bringt uns den Autobahnlärm über Kilometer buchstäblich ins Wohnzimmer. Von Kindesbeinen an wissen wir intuitiv, welche Geräusche in den Wäldern bedrohlichen Sturm bedeuten: So fauchen Nadelholzwälder unheimlich, während Laubbäume im Sommer rauschen und im Winter mit ihren kahlen Kronen eher dumpf klingen. Eine leichte Brise ist dagegen in den Blättern wie leises Rascheln zu vernehmen. Ob leichte Brise oder Sturm, von der Pfütze bis zum aufgewühlten Ozean finden wir auf der Wasseroberfläche immer Wellenformen. Bei sehr windiger Wetterlage sind besonders auf der Windschattenseite (Lee) von Gebirgen am Himmel wellen- oder walzenförmige Wolkenformationen zu sehen. Im trockenen Sandstrand an der Nord- und Ostsee entdeckt man bei starkem Meereswind quer zur Windrichtung verlaufenden Rippen, eine Art "Mini-Wüstenphänomen". Wogende Kornfelder und flatternde Fahnen sind ebenfalls Winddruckwellen.

   
   
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