Wie entsteht Hagel?
Redaktion waswiewo
Wenn man in den Sommermonaten irgendwo rund um den Alpenraum für zwei bis drei Wochen Urlaub macht oder dort lebt, ist ein Naturereignis kaum zu vermeiden: Ein schweres Gewitter mit Hagelschlag. Nun sind Blitz und Donner, Sturmböen und Wolkenbruch schon an sich kaum an Dramatik zu überbieten. Aber das I-Tüpfelchen an Naturgewalt ist immer noch der Hagel! Die typische Wetterlage dazu ist schwül-heiße Luft, die enorme Mengen an Wasserdampf speichern kann. Entsteht dann eine mächtige Cumuluswolke, die sich teils bis zu 13 Kilometern vertikal erstreckt, dann droht die Bildung von Hagelkörnern. Es handelt sich dabei um schichtweise vereiste Tropfen von 5 bis über 50 Millimetern, die man oft als taubenei- oder tennisballgroß bezeichnet. Diese Eiskugeln oder Brocken entstehen in gigantischen vertikalen Windschächten innerhalb des Wolkenkerns. Dies Windschlote funktionieren wie riesige Staubsauger und holen mit schier unvorstellbaren Geschwindigkeiten von weit über 100 Stundenkilometern alles an Tröpfchen himmelwärts! Man muss sich also vorstellen, dass im Extremfall tennisballgroße Hagelbrocken entgegen der Erdanziehungskraft einfach vom Luftstrom teils über Kilometer in der Wolke nach oben gerissen werden. Lässt der Wind in größeren Höhen nach, "spuckt" die Wolke die Körner seitwärts aus, sie fallen Richtung Erdoberfläche und werden je nach Dynamik wieder in den Windschacht gezogen, oder sie fallen zu Boden. Wiederholt sich dieser Vorgang entsprecht oft, lagern sich Eisschicht um Eisschicht an und formen so diese großen Hagelkörner. Hagelschläge sind meist auf engem Raum von einigen hundert Quadratmetern oder wenige Quadratkilometer begrenzt, können dort aber als "Hagelstriche" verheerende Schäden anrichten. Eines der größten Hagelunwetter mit Versicherungsschäden über einer Milliarde DM war das Unwetter rund um München am 12. Juli 1984. Auf Grund dieses Ereignisses wurden sogar staatliche Mittel für ein mehrjähriges Hagelforschungsprojekt aktiviert. Die Ergebnisse waren jedoch eher bescheiden, da man ein Hagelunwetter selten präzise vorhersagen kann. Es bleibt meist bei der Vorwarnung, dass erhöhtes Hagelrisiko besteht. Ist es mal in unmittelbarer Nähe soweit, erkannt man die Hagelträchtigkeit am Himmel an einer leicht gelb-grünen Wolkenverfärbung, während die Umgebung eher hell- bis dunkelgrau ist.
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