Wie hört man richtig zu?
Redaktion waswiewo
Ab und zu kann es sehr helfen, sich Probleme von der Seele zu reden. Kommt eine Freundin oder ein Freund mit einem Problem zu Ihnen, dann sollten Sie Zuhörbereitschaft signalisieren. Platzt Ihre Freundin beispielsweise mit der Nachricht heraus, dass Ihre Eltern sich nach jahrelangem Streit trennen, ist ein Kommentar wie "Das wurde aber auch Zeit" völlig unangebracht. Halten Sie sich mit Ihrer Meinung zurück und sorgen Sie stattdessen für eine angenehme Atmosphäre. Vielleicht können Sie sich mit Ihrer/m Freund/in bei einer Tasse Tee an den Küchentisch setzen oder Sie machen einen ausgiebigen Spaziergang (Gehen fördert übrigens einen klaren Gedankenfluss.). Wenn Sie sich hinsetzen, sollten Sie eine offene Haltung einnehmen. Das heißt, dass Sie weder die Arme noch die Beine überkreuzen, sich stattdessen in Richtung Ihres Gesprächpartners beugen, und ihm in die Augen schauen. Während der andere spricht, können Sie eine Art "Gedanken-Geburtshilfe" leisten: Bestätigen Sie Ihrem Gegenüber immer wieder, dass Sie an dessen Gedankengängen teilnehmen. Unterbrechen sollten Sie aber möglichst wenig. Höchstens um das Gesprochene zusammenzufassen und so der oder dem Leidenden die Möglichkeit zu geben, die eigene Situation noch einmal zu überdenken. Vermeiden Sie unbedingt Lösungsvorschläge. In vielen Fällen möchte der Betroffene die Situation viel eher laut durchdenken, als sie lösen. Und was gäbe es in dem Fall der Eltern Ihrer Freundin überhaupt zu lösen? Steigen Sie auf keinen Fall so in das Gespräch ein, dass sie eigene Probleme zum Besten geben. Sätze wie: "Ja, das kenne ich. Ich habe das Ganze noch viel schlimmer erlebt..." helfen nicht weiter. Denken Sie immer daran, es geht im Moment nicht um Sie, sondern darum, Ihrem/r Freund/in zu helfen.
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