Wo liegt "Christkindl"?
Redaktion waswiewo
Wer hätte sich schon für einen kleinen Ort etwa 2 km westlich von der Stadt Steyr a.d. Enns in Oberösterreich interessiert? Niemand. Aber seitdem dort ein als unheilbar krank geltender Mann gesund wurde, ist der Ort weltbekannt. Und das kam so: Der schwer kranke Steyrer Ferdinand Sertl bekam im Jahre 1695/96 von Klosterschwestern eine kleine Jesusfigur aus Wachs geschenkt. Diese brachte er in den Wald und stellte sie in einen Baumstumpf, nahe dem heutigen Ort Christkindl. Er ging jeden Samstag zum Beten dorthin und war nach einem Jahr wieder völlig gesund. Diese Nachricht von der plötzlichen Heilung sprach sich herum und die ersten Pilger kamen zu dem kleinen Ort in Oberösterreich. Schon 3 Jahre später hatte der Geheilte genug Geld aus Opfergaben beisammen, um eine hölzerne Kapelle bauen zu können. Sie trug die Inschrift "Zum gnadenreichen Christkindl im Baum unserem Himmel". Anfang des 18. Jahrhunderts wurde dann eine große Wallfahrtskirche gebaut, die 1725 eingeweiht wurde. Seitdem ist der Ort Christkindl ein bekannter Wallfahrtsort. Seit den 50er Jahren hat dieser Ort jedes Jahr zur Weihnachtszeit eine ganz besondere Bedeutung: Sie können Ihre Weihnachtspost an Freunde und Verwandte dorthin schicken und sie mit einem Christkindl-Poststempel versehen lassen. Dafür stecken Sie Ihre ausreichend frankierte Weihnachtspost (Wenn Sie keine österreichischen Briefmarken haben, erkundigen Sie sich bei Ihrem Postamt nach internationalen Antwortscheinen) in einen Umschlag, und schicken diese zum Postamt in 4411 Christkindl. Das Postamt übernimmt die "weihnachtliche Abstempelung" und leitet Ihre Briefe weiter. So bekommen Ihre Freunde Post vom Christkindl aus Christkindl. (In Österreich ist das Ganze etwas einfacher: Dort kann man in den Postämtern einen sogenannten Leitzettel mit der Aufschrift "über Christkindl" kaufen, der den Umweg der Briefe über das Weinachtspostamt einleitet.)
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