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Was macht man "auf der Walz"?

Redaktion waswiewo

Man sieht sie immer mal wieder - die Männer und Frauen in ihren meist schwarzen Anzügen und Hüten, die ein bisschen aussehen wie Cowboys. Es handelt sich dabei aber um Handwerksgesellen, die sich auf die Wanderschaft begeben, also auf die Walz gehen, um sich weiterzubilden, d.h. nach ihrer Grundausbildung in verschiedenen Regionen und Handwerksbetrieben zu arbeiten, um ihre Arbeitstechniken zu verfeinern und neue Arbeitsweisen zu erlernen. Ein Handwerksgeselle auf Wanderschaft muss nach alter Tradition von jedem Handwerksbetrieb aufgenommen und für seine Arbeit zumindest mit Unterkunft und Verpflegung bezahlt werden.
Das Markenzeichen eines Gesellen auf der "Walz" ist seine Kleidung, zu der neben Schlaghose, Jackett und Weste auch eine Kopfbedeckung gehört. Der Ursprung der "Walz" stammt aus dem 13. und 14. Jahrhundert, als noch alle Gesellen auf Wanderschaft gehen mussten - heute ist die Walz freiwillig.
Wichtig für eine "echte" Walz ist neben der Kleidung die Dauer von zwei Jahren und einem Tag und der Bannkreis von 50 Kilometern um den Heimatort, den der Geselle in der Zeit nicht betreten darf. Außerdem darf er nur zu Fuß oder per Anhalter unterwegs sein. Ein Geselle auf der Walz wird von jedem Bäcker oder Metzger eine Wegzehrung bekommen, wenn er darum bittet. Dabei ist jedoch auch die Aufenthaltsdauer an einem Ort beschränkt, da der Geselle in seiner "Wanderzeit" möglichst viele verschiedene Eindrücke sammeln soll. Aus diesem Grund werden die Wanderjahre auch als "Hochschule des Handwerks" bezeichnet und daraus eine Qualifikation abgeleitet, die anderen Gesellen abgesprochen wird.

   
   
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